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Seehas Apotheke

Metzstraße 2

88045 Friedrichshafen


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Sehenswertes


Josef Hegenbarth

Die sieben Schwaben

1953
Kreide- & Pinsellithographie auf Büttenpapier
ca. 30 x 21 cm (Darstellung)
[Dauerleihgabe]


Der Maler und Grafiker Josef Hegenbarth (1884-1962)
gilt als einer der bedeutensten deutschen Zeichner.

Den sieben Schwaben hat er sich mehrfach gewidmet.
In einer Seehas Apotheke dürfen sie nicht fehlen.

Was die Sieben am Bodensee erleben, finden Sie hier,
unnachahmlich erzählt von Ludwig Auerbacher.

Die Lithographie setzt ins Bild, wie sich die Schwaben
tapfer dem Ungeheuer stellen - kraftvoll wie selbstironisch.

Zum Hegenbarth-Archiv gelangen Sie hier.



Waltraud Späth

EINES AUS DREIEN

2016
Holz / Stahl
ca. 220 x 45 x 40 cm
[Dauerleihgabe]


Die Friedrichshafener Bildhauerin Waltraud Späth (*1960)
ist landesweit anerkannt (zur Website hier)
.

Gesundheit und Wohlbefinden galt zuletzt eine prominente Skulptur im Park des Klinikums Friedrichshafen (2014; hier). 2016 griff die Künstlerin das Thema für die Seehas Apotheke neu auf.

Die Skulptur hat zunächst zwei Bestandteile: Der geborstene Stamm mag stehen für den geschundenen Leib und seine Verwurzelung andeuten; und der metallene Körper für denjenigen Teil, den wir als "black box" beschreiben und nicht schauen können.

Aus beiden speist sich das Menschsein: Aus bekannter Materie (Körper, Gehirn, physikalische Prozesse) und aus einem unbekannten Immateriellen (Personalität, Empfindung, mentale Prozesse).

Darin verbirgt sich ein ungelöstes Problem, meist durch Begriffspaare beschrieben wie Leib/Seele, Körper/Geist, Gehirn/Bewußtsein oder System/Mentalität.

Das eine ist mit dem anderen in Wechselwirkung verbunden. Wie, wissen wir kaum oder nicht. Wir wissen, daß etwas Drittes ist, aber sehen es nicht und verstehen seine Funktionsweise nicht.

Auch der Skulptur sieht man es nicht an. Sie ist, wie der Mensch, in dem Sinne "Eines aus Dreien". Sie regt vielmehr zum Nachdenken an:

   Wie entwickelt Materie Mentalität? Wie können Systeme Erlebnisse, Empfindungen oder Ahnungen haben? Könnte ein Computer mitfühlen?

   Wir erfahren eine freie und verantwortliche Willensbetätigung. Und doch werden uns viele Entscheidungen erst bewußt, nachdem der Körper mit deren Ausführung begonnen hat. Wie kann beides zugleich sein?

   Oder wir meinen, physikalische und mentale Prozesse und Zustände seien wesensverschieden und dürften nicht kausal verbunden sein; aber unsere Erfahrung widerspricht.

   Was bedeutet es für Gesundung und Heilung, was für die Medizin und was für die Pharmakologie als Wissenschaft von der Wechselwirkung zwischen Stoff und Organismus? Was für das Wohlbefinden?

   Weshalb etwa haben Manche hohen Blutdruck nur dann, wenn sie wissen, daß er gerade gemessen wird? Weshalb wirken Placebos? Welchen Einfluß hat unsere psychische Haltung auf unsere physische Gesundheit?

   Was bedeutet es für den Umgang mit uns selbst und anderen, was für unseren Platz in der Welt?

Die Skulptur erzwingt kein Nachdenken. Sie setzt weder eine Lösung noch überhaupt Kenntnis des Rätsels voraus. Sie lädt ein, auf sich wirken zu lassen, in Ihrer Kraft und Verletzlichkeit.

Lediglich ihr Titel legt nahe, sich auf die Suche zu machen nach einem unsichtbaren, unbekannten Dritten, welches im einen oder anderen stecken muß oder in deren Verbindung.





Sartorius

Apothekerwaage

ca. 1920
Holz / Glas / Messing


Kein Kunstwerk, wohl aber feinmechanische Handwerkskunst: Die alten Apothekerwaagen, hier eine der Firma Sartorius, Göttingen.

Abgewogen wurde mit kleinen (und kleinsten) Gewichten. Waagen und Gewichte waren geeicht; zuvor mußte die Waage vermittelst zahlreicher Vorrichtungen genau ausgerichtet sein. Der Glaskorpus diente dem Wind- und Arbeitsschutz.

Die historischen Waagen wogen genau, boten aber eingeschränkte Messbereiche. Heute kommen elektronische Eichwagen zum Einsatz. Sie haben, zur Überraschung vieler Kunden, noch immer einen festen Platz in der täglichen Laborarbeit einer Apotheke.




Weinamphore

Typ Dressel D1 B

ca. 50 v. Chr.
Landfund, bei Sperlonga (Latina)
[Dauerleihgabe]


Weder Kunstwerk noch Kunsthandwerk, sondern ein Alltagsgegenstand soll hier die Brücke zu den Römern schlagen, die bei Konstanz womöglich ein hasenähnliches Fabeltier oder einen springenden Hasen in der Standarte führten: Eine Weinamphore.

Größere Amphoren dienten zum Transport, kleinere zur Aufbewahrung. Weinamphoren wurden bisweilen innen geharzt oder gewachst zur Haltbarmachung.

Der Inhalt wurde im Alltag vor dem Trinken verdünnt oder auch mit Honig oder Kräutern aromatisiert. Ein Einsatz zur alkoholischen Gärung liegt eher fern. Sehr wohl aber wußten die Römer um die in Maßen Gesundheit und Wohlbefinden zuträgliche Wirkung des Weines.

Amphoren wurden fabrikartig in hohen Stückzahlen hergestellt. Transportamphoren wurden daher am Lieferort meist zerschlagen. Die Form wurde fortlaufend den praktischen Bedürfnissen angepasst. Dabei lassen sich Entwicklungsschritte und Funktionsverbesserungen gut nachvollziehen.

Zugleich finden wir ein Form- und Schönheitsempfinden, das uns noch heute anspricht, in besonderem Maße vielleicht die schlanke und in den Proportionen ausgewogene Vorratsamphore vom Typ D 1 (mehr hier).

Die Amphoren-Klassifikation verdanken wir dem Mommsen-Schüler Heinrich Dressel (1845-1920) und seiner Arbeit für das Corpus Inscriptorium Latinarium (hier), einer Sammlung lateinischer Inschriften. Dressel suchte nach Methoden zu einer indirekten relativen Altersbestimmung von Inschriften und wurde u.a. bei den Amphoren als Massenproduktionsgütern fündig.

Einerseits ließ sich aus anderen Gegenständen oder Zusammenhängen oft auf die Herstellungszeit eines Amphorentyps schließen, andererseits wurden die späteren Amphoren zunehmend mit Pinselaufschriften, Einritzinschriften oder Stempeln versehen, die ihre eigene zeitliche Eindordnung zuließen.

Wo Römer waren, finden wir ihre Vorratsgefäße; daher auch in Baden-Württemberg. Eine lesenswerte Abhandlung von Schallmayer hier.

Der Brückenschlag vom Seehas zu den Römern ist allerdings eher symbolisch. Die Fundlage im Bodenseeraum ist vergleichsweise dürftig und läßt insbesondere keine verlässliche Herleitung des spätmittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Hasenmotivs der sieben Schwaben aus der Römerzeit zu.

Möglicherweise sind das vermeintlichen Bodenseeungeheuer der sieben Schwaben, das sich als Hase herausstellt und das Fabeltier oder der springende Hase der Römerstandarte aber wirklich identisch.




Holz-Plakette

Seehasenfest

1969


Den heute sichtbarsten historischen Faden spinnt das Seehasenfest, seit 1949 das Stadt- und Kinderfest. Es hat selbst Geschichte, stiftet Identität und ist ganz schlicht eine wunderbare Sache für Jung und Alt. Die Menschen freuen sich jedes Jahr darauf - wir seit 1969. Wer die Plakette findet, erhält ein Geschenk. Zur Festseite geht es hier.